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Der Senkrechtstarter

Vor einem halben Jahr hat er den großen Sprung gewagt. Nicht eine, nicht zwei, gleich drei Klassen ist Jonas Wiethölter empor geklettert. Statt in der Kreisliga B schnürt der ehemalige DJK-Fußballer seit vergangenen Sommer in der Landesliga die Schuhe. Und ist dort alles andere als ein Ergänzungsspieler. Der Jubel beim BSV Roxel war riesengroß: Mit einem 3:2-Erfolg über den SC Preußen Münster II erklomm der Landesligist Münsters prestigeträchtigen Fußballthron in der Halle. Zuletzt war Roxel dreimal hintereinander Dritter geworden. Beim vierten Versuch half einer tatkräftig mit, den viele gar nicht so richtig auf der Rechnung hatten. Jonas Wiethölter, erst seit Sommer im Kader des BSV Roxel, legte einen durchweg glänzenden Auftritt aufs Parkett und besaß großen Anteil an Roxels Stadtmeistertitel. Der 21-Jährige kam in jedem Spiel zum Einsatz, überzeugte mit einem Gespür für die richtigen Pässe und steuerte selbst vier Tore zum Erfolg der Roxeler bei, die in dieser Saison auf einer Erfolgswelle schwimmen. Nicht nur in der Halle läuft es für den Landesligisten rund.

Noch vor einem halben Jahr war Jonas Wiethölter mit Haut und Haar DJKler. Dass er jemals den Verein wechseln würde, war alles andere als selbstverständlich. Bis zum Sommer gab es für den heute 21-Jährigen nur einen Verein, seinen Heimatclub DJK Blau-Weiß Greven. Dort, wo auch seine drei Brüder Andreas, Oliver und David ihre fußballerischen Gehversuche unternommen haben, spielte Wiethölter von Kindesbeinen an. „Nach 16 Jahren ist es mir deshalb auch sehr schwer gefallen zu wechseln“, räumt der technisch versierte Mittelfeldspieler ein.

Und dann gleich ein Drei-Klassen-Sprung von der B- in die Landesliga? „Ich habe damit gerechnet, mich durchsetzten zu können“, gibt sich Wiethölter in der Nachbetrachtung durchaus selbstbewusst. Doch es gab auch Skepsis. Auch bei seinem bisherigen Trainer Eddy Schmitte. „Dass es so schnell gehen würde, hätte ich nicht gedacht“, wundert sich der DJK-Trainer für die rasante Entwicklung seines ehemaligen Schützlings. Und freut sich über dessen Senkrechtstart: „Ich freue mich über jeden Spieler, der höherklassig Fuß fasst.“

Jonas Wiethölter hat in Roxel nicht nur Fuß gefasst, er ist innerhalb weniger Wochen zum Dreh- und Angelpunkt auf der wichtigen Sechser-Position gereift. Wobei ihm offenbar seine Einstellung zugute kommt. Wiethölter hat bislang keine einzige Trainingseinheit verpasst und scheint bestens in das Spielkonzept seines Trainers zu passen. „Der Trainer baut auf mich“, weiß Wiethölter um den Rückhalt von Carsten Winklers. Unter ihm ist der 21-Jährige nach der Hinrunde jedenfalls gesetzt. „Man merkt, dass er sich wohl fühlt“, meint auch Eddy Schmitte, der den glänzenden Auftritt Wiethölter bei der Hallenstadtmeisterschaft mitverfolgt hat.

Die bisherige Bilanz spricht dafür, dass der Weg nach oben für Jonas Wiethölter längst noch nicht zu Ende ist. Zum Ende der Hinrunde ist der BSV Roxel Tabellenführer in der Landesliga. Vieles spricht im Moment dafür, dass der BSV Roxel das Zeug für den Sprung in der Verbandsliga hat. Und mit ihm Jonas Wiethölter, dem Spieler, der dann von sich sagen kann, in nur einem Jahr vier Klassen geklettert zu sein. Ein großer, um nicht zu sagen ein sehr großer Sprung.

Von Sven Thiele