Stühlerücken in der Emsaue Empfehlung

Schmitte geht – Talmann übernimmt. In heimischer Emsaue sind sie in dieser Saison noch ungeschlagen. Und spätestens durch den 2:0-Erfolg gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer haben die Fußballer der DJK ihren Anspruch untermauert, ein ernstes Wort um den Aufstieg in die A-Liga mitzusprechen. Dem sportlichen Höhenflug zum Trotz vermeldet der Verein eine Zäsur. Nach fast vier Jahren auf der Trainerbank der Blau-Weißen hat Matthias „Eddy“ Schmitte seinen Rückzug erklärt. Unabhängig vom Saisonausgang ist für ihn im Sommer Schluss. Dann übergibt er den Staffelstab an Peter Talmann.

DJK-Abteilungsleiter Norbert Gellenbeck hätte gerne noch eine weitere Saison mit dem Trainer zusammen gearbeitet, mit dem die DJK sportlich gute Zeiten erlebt. Seit dem Abstieg vor vier Jahren klopft die fast ausschließlich aus eigenem Nachwuchs bestückte Mannschaft Jahr für Jahr an die Tür zur A-Liga. Besonders aussichtsreich erscheint die Rückkehr in dieser Saison. Dennoch mag Eddy Schmitte nicht um ein weiteres Jahr verlängern. Leichtgefallen ist ihm diese Entscheidung offenbar nicht. „Erste Gespräche haben wir im Winter geführt“, berichtet der scheidende Trainer. Schließlich sei in ihm die Überzeugung gereift, der Punkt für einen Wechsel sei gekommen. Bis zu diesem Punkt im Sommer will er noch Erfolgsgeschichte schreiben mit dem angepeilten Aufstieg. „Ich glaube, etwas Gutes zu hinterlassen“, ist der Trainer, der über eine enge Bindung an den Verein verfügt, zuversichtlich.

Auf Schmitte folgen wird im Sommer jemand, der ebenso über diesen Stallgeruch verfügt. Peter Talmann (61) ist seit zehn Jahren für die DJK tätig. In dieser Saison kümmert sich der A-Lizenz-Inhaber um den personellen Unterbau, die mit vielen Nachwuchsspielern gespickte Reserve. „Ich möchte die gute Arbeit von Eddy fortführen“, kündigt Talmann an, auf dem eingeschlagenen Kurs seines Vorgängers zu bleiben. Außerdem will er sportliche Akzente setzen: „Die Mannschaft hat mindestens das Potenzial Kreisliga A zu spielen“, betont der kommende Trainer und setzt auf eine spielerische und taktische Weiterentwicklung.

Anders als Eddy Schmitte wird Peter Talmann an seiner Seite einen Co-Trainer haben. Auch der ist ein bekanntes Gesicht bei der DJK. Peter Lakenbrink will nicht nur die Trainingsarbeit unterstützen, sondern nach langer Verletzungspause auch auf dem Feld wieder Akzente setzen.

Mit Peter Talmann rückt bei den DJK-Fußballern ein Mann ins erste Glied, der dem Verein eng verbunden ist. Der 61-Jährige trainiert in der zweiten Saison die zweite Herrenmannschaft in der Kreisliga C. Zuvor zeichnete Talmann für die A- und B-Jugendmannschaften des Vereins verantwortlich. Weitere Trainerstationen des A-Lizenz-Inhabers waren der SC Reckenfeld und Burgsteinfurt.

Interview mit Eddy Schmitte:

In Anbetracht der Aussicht auf den A-Liga-Aufstieg erscheint der angekündigte Trainerwechsel überraschend. Wie ist es zu der Entscheidung gekommen?

Schmitte: Ich bin der Überzeugung, dass zum Saisonende der ideale Zeitpunkt ist für einen Wechsel. Ich glaube, es ist der Punkt gekommen, wo frischer Wind und eine neue Ansprache gut tun werden. Außerdem möchte ich nicht den Punkt verpassen, rechtzeitig aufzuhören. Mir ist es lieber, der eine oder andere sagt, es ist schade, dass er geht.

Besteht nicht die Gefahr, dass die Nachricht vom Trainerwechsel Auswirkungen auf die im Moment positive sportliche Entwicklung hat?

Schmitte: Ich hoffe nicht, dass die Entscheidung Auswirkungen auf den weiteren Saisonverlauf hat. Der Trainer ist sicherlich eine zentrale Figur, aber mit ihm darf nicht alles stehen und fallen. Ich freue mich auf die übrige Saison, die idealerweise positiv endet.

Gibt es schon Pläne für die kommende Saison?

Schmitte: Mit der Thematik habe ich mich noch gar nicht beschäftigt. Wenn sich jemand bei mir meldet, werde ich mal schauen.

von Sven Thiele

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