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Neun Punkte bis zum Meisterstück

Ein Spiel noch, dann sind die Würfel gefallen: Gewinnen die DJK-Tischtennisherren der DJK am Samstag beim TTC Münster, ist ihnen die Meisterschaft in der Landesliga gewiss. Verfolger Lüdinghausen hat seine Hausaufgaben bereits erfolgreich erledigt und am Mittwoch mit einem 9:5-Sieg gegen Westfalia Kinderhaus Tabellenführer DJK Blau-Weiß vorläufig von der Spitze der Landesliga verdrängt. Zumindest bis Samstagabend. Dann nämlich haben es die Grevener in der Hand, sich die Führung zurück zu erobern und die Meisterschaft perfekt zu machen. Vorausgesetzt sie gewinnen ihr letztes Saisonspiel beim TTC Münster II (Samstag, 18.30 Uhr). „Das ist eine machbare Aufgabe, aber bestimmt kein Selbstläufer“, erklärt Reinhard Rothe, warum die Anspannung bei der DJK, die vor zwei Wochen beim 7:9 in Lüdinghausen die Vorentscheidung verpasste, groß ist. Der an Nummer zwei gesetzt Rothe gilt im DJK Team als so etwas wie der Altmeister. Die Erfahrung des ehemaligen Zweitligaspielers scheint sich auf der Zielgeraden dieser für die Grevener vielversprechenden Saison besonders bemerkbar zu machen. Der mittlerweile 60-Jährige Routinier hat in der Rückrunde noch einmal kräftig zugelegt. In nur drei Begegnungen ging Rothe als Verlierer vom Tisch. „Es macht mich schon ein bisschen stolz, dass ich mit den jungen Burschen noch mithalten kann“, ist das Feuer der Begeisterung in ihm trotz der vielen Jahre im Tischtenniszirkus noch längst nicht erloschen. Ganz im Gegenteil: „Der Stellenwert der möglichen Meisterschaft wäre für mich besonders hoch, weil sie so überraschend käme.“ Wie wahr: Noch zu Saisonbeginn, als die DJK zudem mit einer Niederlage startete, galt die Mannschaft als ein Kandidat für das Mittelfeld.

Samstag kann sie ihr Meisterstück perfekt machen, wenn sie denn nicht patzt. Vieles hängt dabei aus Sicht Rothes vom Start ab. „Wir dürfen nicht sofort in Rückstand geraten. Dann droht die Gefahr zu verkrampfen.“ Vorsicht ist aus Sicht der DJK auch mit Blick auf den Gegner geboten: Die Münsteraner, aktuell Fünfte der Landesliga, waren in der abgelaufenen Saison immer so ein bisschen die Wundertüte der Liga, weil man nie wusste, in welcher Aufstellung sie denn antreten. Insofern fehlte ihnen die Konstanz, um ganz oben mitzumischen. Bis zum Hinspiel in Greven waren sie aber trotzdem noch eine Spitzengruppe, mit Kontakt zu den Topplätzen, doch mit der 5:9-Niederlage bei der DJK mussten sie ihre Ambitionen begraben. Den bis dahin glänzenden 15:5 Punkten folgten dann 10:12 Punkte und das Abrutschen in das Mittelfeld der Tabelle.

Dass die DJK zum Saisonfinale, bei dem sie wie in den vergangenen Spielen auf zahlreiche Unterstützer aus eigenen Reihen hoffen, nichts dem Zufall überlassen mag, zeigt sich auch mit Blick auf die Formation. Christian Pfingstl, in der vergangenen Woche für Milan Heidkamp in die Mannschaft gerutscht, wird erneut dabei sein. Ob als Zuschauer oder erneut als Ersatz für die etatmäßige Nummer eins, mögen die DJKler im Vorfeld nicht verraten. Für Routinier Reinhard Rohte ist die Frage der Aufstellung ohnehin nicht von entscheidender Bedeutung, kann sich sein Team doch auf die starken Nachrücker Pingstl und Everding verlassen. Diese Breite im Kader schein auch ein Schlüssel zum Erfolg dieser Saison zu sein, die am Samstagabend mit dem zweiten Aufstieg in die Verbandsliga gekrönt werden soll.

 
von Sven Thiele

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