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Reine Kopfsache Empfehlung

Es war das vielleicht simpelste aller Offensiv-Muster, das aus einem Fußball-Nachmittag ein großes Erlebnis machte. Nicht schön, eher brachial, aber eben so, dass sich alle Beteiligten im Derby zwischen dem SC Greven 09 II und der DJK noch lange an diesen Sonntag erinnern werden. Flanke, Kopfball, Tor. Wofür braucht man eigentlich abkippende Sechser, falsche Neuner und Tannenbaum-Systeme, wenn es doch manchmal so einfach ist? Es war das vielleicht simpelste aller Offensiv-Muster, das aus einem Fußball-Nachmittag ein großes Erlebnis machte. Nicht schön, eher brachial, aber eben so, dass sich alle Beteiligten noch lange an diesen Sonntag erinnern werden. 3:3 trennten sich am Sonntag die DJK Blau-Weiß und der SC Greven 09 II in einem famosen Kreisliga-B-Derby. Die 09-Reserve sicherte sich dabei mit drei Kopfballtreffern nach einem 0:3-Rückstand doch noch einen Punkt – in einer Partie, nach der sich beide Mannschaften als Gewinner fühlen dürfen. Auch wenn die Gäste aus der Emsaue das sicherlich gestern anders sahen. „Einen Drei-Tore-Vorsprung sollte man schon über die Zeit bringen können“, suchte DJK-Coach Matthias Schmitte etwas ironisch nach Erklärungen. „Es war ein richtig gutes Spiel von beiden Teams“, fand 09-Trainer Martin Plagemann und fügte noch hinzu: „Und natürlich toll für die Zuschauer“.

Wie wahr. Den ersten Stich machten die Gäste: Maurice Seikowski bekam den Ball am Strafraumeck, guckte, schlenzte – und jubelte (10.). 09 benötigte mehr Anlaufzeit, wurde dann aber – vielleicht ja vom Mitte der ersten Hälfte einsetzenden Hagelsturm – geweckt: Nach einer halben Stunde bremste Simon Liebers Aly Camara im Sechzehner unsanft – der Elfmeterpfiff des Schiedsrichters Rüdiger Voss ging sicherlich in Ordnung. Doch DJK-Tormann David Wiethölter bewies Hexer-Qualitäten: Thomas Brünings sehr harten, aber auch sehr unpräzisen Schuss parierte Wiethölter mit dem Fuß.

Keine Atempause, weiter ging‘s auf der anderen Seite mit Seikowskis nächstem Glanzlicht: Erst machte er zwei 09-Verteidiger frisch und hatte dann das Auge für Bernd Block, der zum 0:2-Pausenstand vollendete (36.). Spätestens kurz nach dem Seitenwechsel hätte eigentlich alles gelaufen sein müssen: 09 spekulierte auf Abseits, Torben Mais freute sich, dass ihm niemand hinterherlief und markierte das 0:3 (51.). Der Rest des Spiels war schließlich reine Kopfsache, erstmals in der 58. Minute: Laszlo Sooky lieferte die Vorlage von links, Thomas Brüning nickte für 09 ein.

Plötzlich war der Nervenkitzel zurück: Die nächste Sooky-Hereingabe kam von rechts und fand Aly Camaras Stirn – nur noch 2:3 (80.). Gegen eine jetzt konfuse DJK roch es nach dem Ausgleich. Und er fiel auch: Sooky flankte zum dritten Mal, diesmal hielt Timo Aymans die „Birne“ hin (86.). 3:3, und kurz darauf Schluss. Flanke, Kopfball, Tor – daran wird man sich erinnern.

Von Stefan Bamberg

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