Auf Wiedersehen! Empfehlung

Selten hat ein Fußballtrainer eine Tabellensituation derart gekonnt analysiert wie DJK-Coach Matthias Schmitte. Beim Übungsleiter-Shakehands mit Gimbtes Dragan Grujic präsentierte Schmitte den gleichermaßen treffenden wie amüsanten Kommentar: „Das Derby für die nächste Saison ist wohl gesichert“. In der Tat: Das unterhaltsame 2:2-Remis zwischen den Blau-Weißen und den Blau-Gelben am Donnerstagabend machte wohl die letzte zaghafte Aufstiegshoffnung der DJK zunichte. Sicher, theoretisch geht noch was, man kennt diese Rechenspiele am Ende der Saison – aber irgendwie wirkten beide Trainer nach Abpfiff gar nicht mal so unzufrieden: „Ein gerechtes Unentschieden“, so die einhellige Meinung. Was den Spielverlauf anbelangte, hatten indes nur die Gäste Grund zur Freude: Aus 0:2 mach‘ 2:2 – die Gimbter avancierten zu den Aufholjägern der Emsaue, wo die Zuschauer eine spielerisch ordentliche, vor allem aber atmosphärisch schöne Partie erlebten: ein engagiertes, allerdings jederzeit faires, ja teilweise freundschaftliches Derby. Beide Teams traten die Flucht nach vorne an – der rasante Angriffsfußball wurde hüben wie drüben durch Fehler im Rückwärtsgang begünstigt. Der erste folgenschwere in der 13. Minute: Ein eher zufälliges Zuspiel übertölpelte Gimbtes Hintermannschaft und erreichte Maurice Seikowski, der überlupfte BG-Schnapper Marco Laufmöller und lieferte so die Vorlage für Torben Mais, der den Ball koordinativ-wertvoll vor dem Toraus rettete und zur Führung einnickte. „Wir haben nach starkem Beginn den Faden verloren“, meinte Dragan Grujic, dessen Schützlinge kurzzeitig Gefahr liefen, eine richtige Reise zu kassieren. Mit dem besten Spielzug des Abends kombinierte sich die blau-weiße Offensiv-Abteilung wenig später erneut durch den Strafraum – abermals war Goalgetter Mais die letzte Station: 2:0 für den Favoriten (24.). Etwas unverhofft nahm die Begegnung wieder Fahrt auf, als Gimbtes Yusuf Yuvarlak am Elfmeterpunkt vergessen wurde und prima gegen die Laufrichtung von DJK-Keeper David Wiethölter köpfte – 2:1 (32.). Noch vor der Pause hätte die Grujic-Elf egalisieren können, einzig Wiethölters gedankenschnell hochgerissene „Pranke“ verhinderte dies im Eins-gegen-Eins mit Adam Kozakowski.

Zur zweiten Halbzeit verschwand die Sonne – und auch auf dem Platz ging es jetzt etwas lauwarm zur Sache. Bis in die Schlussphase. Blau-Gelb setzte auf die gute, alte Hau-Ruck-Methode: Halbfeld-Flanke und dann mal gucken. Wieder einmal funktionierte die Rustikal-Taktik: Christoph Wesselmanns weite Hereingabe, Kopfballverlängerung und in der Mitte der eingewechselte Pascal Zickermann, der die Murmel ins Netz grätschte (88.). Der späte Ausgleich, er sorgte für Ernüchterung und Freudensprünge – und voraussichtlich fürs Wiedersehen in der nächsten B-Liga-Spielzeit.

Von Stefan Bamberg

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