In den Zaubertrank gefallen Empfehlung

In der Meisterschaft muss sich die DJK noch gedulden, bevor es endlich los geht. Dafür tobte sich schon einmal der B-Ligist im Kreispokal aus: mit Erfolg. Torben Mais rannte. Der Sprint, den der DJK-Stürmer in der 58. Minute hinlegte, war sein vielleicht schnellster an diesem heißen Sommerabend. Der Ball kam aus dem Mittelfeld, Albachtens Abwehrspieler behinderten sich gegenseitig, Torwart Fabian Plagge turnte relativ unbeholfen heraus – so fiel Mais dieses Ding irgendwie vor die Füße. „Rein damit!“, raunte jemand aus dem Publikum Mais zu, während der schon einen Schlenker um den Keeper drehte. Dann war die Kugel drin, 1:0 für die DJK gegen den A-Ligisten – und Mais beim Jubeln nicht mehr einzufangen. Die Szene war symptomatisch: Symptomatisch dafür, dass Emotion manchmal Qualität schlägt. Vor allem in Pokalspielen. B-Ligist DJK Blau-Weiß besiegte die als Bezirksliga-Aufstiegsfavorit gehandelte Concordia Albachten nach famosem Kampf am Donnerstag mit 2:1 (0:0) und zog in die nächste Runde ein. „Der Pokal ist immer ein Highlight“, sagte DJK-Trainer Peter Lakenbrink.

Und das war keine leere Phrase: Die DJK agierte vom Anpfiff weg mit einer fast furchteinflößenden Körpersprache: elf Blau-Weiße, die den Eindruck erweckten, sie seien in den Zaubertrank gefallen. „Zu Anfang sah unser Spiel jedoch noch nicht so richtig koordiniert aus“, meinte Lakenbrink. Beherzt aber schon zu diesem Zeitpunkt. Greven ging nie unfair, aber bissig zur Sache: Das war zu viel für die – zumindest an diesem Abend – zart besaiteten A-Liga-Kicker. Das immer wiederkehrende Bild: Ein Concorde lag schreiend auf der Erde, mindestens fünf bestürmten wild gestikulierend den überzeugenden Schiedsrichter Michael Austermann, der pfiff nicht – was vertretbar war, weil er seine großzügige Linie auf beiden Seiten durchzog.

Zweimal hatte die DJK dennoch Glück: Einmal bei einem Freistoß (15.), dann bei einem Schrägschuss, der haarscharf vorbeizischte (25.). Die entscheidenden Offensiv-Momente, sie sollten erst in der zweiten Halbzeit folgen – und zwar für Blau-Weiß. Es kam die 58. Minute, es kam Mais‘ Führungstor, und es kam noch besser: 65. Minute, fehlerhafter Rückpass der kurzzeitig vogelwilden Gäste-Defensive – und Bernd Block mit Übersicht zum 2:0. Zu sagen, dass die Emsaue kochte, wäre wohl zu hoch gegriffen – die begeisterten (und zahlreichen) Zuschauer allerdings schwangen sich nun zum berühmten zwölften Mann auf.

Doch Concordia meldete sich noch einmal zurück: Soulaimane Jassab stellte den 1:2-Anschluss her (67.), aber das große Aufbäumen blieb aus. Dann die Nachspielzeit, noch zwei halbwegs gefährliche Schüsse, sichere Beute für DJK-Schnapper Daniel Schultewolter. Das war‘s!

In der dritten Pokalrunde winkt nun ein echter Kracher. Wird der FC Gievenbeck seiner Favoritenrolle gegen die SG Sendenhorst gerecht, darf die DJK die Klinge mit einem Westfalenligisten kreuzen.

Von Stefan Bamberg