Nervenstarke Aufholjagd Empfehlung

Die Tischtennisherren der DJK Blau-Weiß sehen am Sonntag lange wie die Verlierer aus. Doch am Ende verlassen sie die Tische als strahlende Sieger. Wer Verbandsligatischtennis in der Emssporthalle verfolgen will, der benötigt drei Dinge: Geduld, starke Nerven und ausreichend Sitzfleisch. Wer dies mitbringt, für den zahlt sich ein Besuch bei fast jedem Heimspiel der DJK-Herren aus, die verlässlich liefern: Immer unbedingten Willen, häufig eine große Portion Dramatik und nicht selten einen positiven Ausgang trotz wenig vielversprechender Prognosen. So wie an diesem Sonntag. Lange, sehr lange sieht es gegen den SV Bergheim nicht danach aus, als könne die gastgebende DJK die 5:9-Hinspielschlappe wett machen. Über drei Stunden ist es ein Spiel, in dem die Bergheimer die teils bissigen Duellen häufiger für sich entscheiden. Erst auf der Schlussgeraden wendet sich das Blatt.

Ernüchternd verläuft der Auftakt an diesem Sonntag: Nachdem die Grevener sich zuletzt stets auf ihre Doppelstärke hatten verlassen können, reicht es nur für das Gespann Heidkamp / Radke zu einem Punktgewinn. Und weil danach im oberen Paarkreuz für Max Haddick und Milan Heidkamp nichts Zählbares zu holen ist, liegen die Gastgeber im Nu mit 1:4 hinten. So kündigen sich Niederlagen an. Dann beginnt eine Aufholjagd , mit der die DJKler ihren unbedingten Willen unterstreichen und die Zuschauer fesseln: Ein souveräner Stephan Bothe, ein wiedergenesener Reinhard Rothe und ein unerbittlicher Matthias Kaltmeier zwingen ihre Gegner in ihren Einzeln in die Knie und steuern in der Folge sechs Punkte bei. Während die Grevener im oberen Paarkreuz auch im zweiten Durchgang glücklos bleiben, sorgt Torsten Radke mit seinem gewonnen Match nach über drei Stunden Gesamtspielzeit für die erste DJK-Führung.

Beim Stande von 8:7 sind die Grevener längst die moralischen Sieger dieses Tages, das I-Pünktchen unter diesen Kraftakt zu setzen, ist Max Haddick und Stephan Bothe vergönnt. Im Abschlussdoppel lassen sie ihren Kontrahenten nicht den Hauch einer Chance und putzen sie mit einem glatten Dreisatz-Sieg vom Tisch. Die Gäste aus Bergheim mögen dieser Energie nichts mehr entgegenzusetzen und fügen sich in ihr Schicksal. Bei Grevens Matthias Kaltmeier, der nach schwachem Saisonstart wieder zum verlässlichen Punktelieferanten avanciert ist, überwiegt dagegen die Zuversicht: „Jetzt haben wir einen Lauf.“ Und: „Jetzt sieht es schon sehr gut aus“, meint Kaltmeier mit Blick auf die Verbandsligatabelle, in der sich die DJK immer weiter nach vorne schiebt.

Von Sven Thiele