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Rajees Wahnsinns-Woche Empfehlung

Die DJK Blau-Weiß Greven gewinnt zum sechsten Mal in Folge und darf bereits mit den Planungen für die kommende Verbandsligasaison beginnen. Die Heimpartie gegen Schlusslicht Harsewinkel verlief aus Grevener Sicht spannender als erwartet. Plötzlich klingelt auch noch sein Handy. Aber Rajeevan Sithamparanathan kann gerade nicht: „Sorry, ich muss jetzt spielen!“ Dann spielt er. Wie man ihn kennt. Immer volle Lotte. Sithamparanathan, der Risiko-Beauftragte der DJK-Verbandsligaherren, ist am Dienstagmorgen zum vierten Mal Papa geworden, steht nach seinem Spiel für die Zweite am Freitag am Sonntag für die Erste Tisch, avanciert dort – quasi zwischendurch – zum besten Grevener des Tages und freut sich mit seinen Kameraden über einen 9:6-Erfolg gegen die TSG Harsewinkel . Was für eine Woche. Was für ein Typ.

Und, vielleicht etwas überraschend: Was für ein Tischtennisspiel. Die richtungsweisende Partie, sie gestaltet sich mühsamer als gedacht: Das Tabellenschlusslicht aus Ostwestfalen ist nämlich alles andere als eine Kirmestruppe. Schon die DJK-Doppel haben es schwer: Sithamparanathan/ Rothe holen sich gleich einen Lackschaden, Bothe/ Haddick und Radke/Kaltmeier bessern ihn gerade noch aus – 2:1. Einfach geht heute nix. Auch nicht in den Einzeln: Reinhard Rothe zwar souverän, Stephan Bothe jedoch findet nicht zu seiner Technik: 0:3 – der schmetternde DJK-Präsident quittiert das mit Mimik und Vokabular eines Experimental-Heimwerkers, dessen Regal auch nach dem dritten Aufbau-Versuch noch nicht steht. Auch Matthias Kaltmeier quält sich zunächst, bleibt ebenfalls nur zweiter Sieger. Max Haddick und Torsten Radke indes zeigen keine Schwäche – 5:3. Nun beginnt die Zeit der Knackpunkte: Haddick im Duell mit Harsewinkels Topmann Adrian Große-Freese. 1:2 liegt Grevens „Eins“ schon hinten, auch im vierten Satz läuft‘s sehr mau. Aber dann: Große-Freese beschwert sich über Rothe, der ihm am Spielfeldrand zu laut ist – jetzt boxt verbal mal kurz so richtig der Papst. Das Ergebnis dieses kleinen, feinen Trash-Talks: Große-Freese verliert den Faden, Haddick holt sich tatsächlich ein 3:2. Ein Match, das eigentlich schon mausetot war, geht doch noch an die Gastgeber. Die nächsten DJK-Punkte besorgen Sithamparanathan und Kaltmeier, das aber langt noch nicht, weil Rothe, Bothe und Radke anschließend unterliegen – nur noch 8:6.

Doch die Geschichte muss ja irgendwie ein gutes Ende nehmen in Rajee Sithamparanathans Wahnsinns-Woche: Der schlägt noch einmal auf: 1:0, 2:0. Das muss doch reichen. Und das reicht auch. Nach dreieinhalb Stunden haut sein Gegner den letzten Ball ins Netz, die kleinen Scharmützel sind vergessen – die DJK wohl gerettet. „Das“, glaubt Kapitän Kaltmeier, „müsste eigentlich zum Klassenerhalt reichen.“

Von Stefan Bamberg