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Zurück in die Zukunft: Auszeichnung für Vereinskonzept der DJK BW Greven Empfehlung

Über 2000 Sportvereine sind unter dem Dach des Westfälischen Fußball- und Leichtathletik-Verbandes (FLVW) organisiert. Die DJK BW Greven hat sich mit ihrer Bewerbung durchgesetzt und erhält für ihr vorausschauendes Vereinskonzept am Wochenende den mit 2000 Euro dotierten FLVW-Zukunftspreis. Dass der Fußball- und Leichtathletik-Verband Westfalen (FLVW) Vereine für deren zukunftsfähige Ausrichtung auszeichnet, ist ein schneidendes Indiz dafür, dass es nicht mehr selbstverständlich ist, dass es in unserer heutigen Zeit eine blühende Vereinslandschaft gibt. Überalterung, Mitgliederschwund – das sind nur einige Probleme, mit denen Vereine zu kämpfen haben, die mitunter dazu führen, dass sich jahrzehntealte Clubs auflösen.

 

Wenn Stephan Bothe, Präsident der DJK BW Greven, am Samstag in Kaiserau den mit 2000 Euro dotierten FLVW-Zukunftspreis entgegennimmt, ist das der Lohn für eine engagierte und sehr vorausschauende Vereinsarbeit. Und gleichermaßen der Beweis dafür, dass die Veränderungen durchaus vorhersehbar und moderierbar sind. „Wir hinterfragen uns und unsere Arbeit eigentlich fortwährend“, erklärt Bothe. „Wir fragen uns, wie wir BW Greven dauerhaft auf solide Beine stellen können, wo wir besser werden müssen, und wie wir es schaffen, für die Menschen attraktiv zu bleiben.“ Ein Schlüssel sei es gewesen, die Organisationsstruktur in den vergangen Jahren grundlegend zu überarbeiten. „Das gibt uns die Möglichkeit, auf allen Ebenen professionell zu arbeiten. Nur wenn die notwendigen Strukturen vorhanden sind, ist eine Entwicklung möglich.“

„Die Zukunft kann man auf vielen Wegen gewinnen – welcher Weg ist Ihrer?“, fragte der Verband die ihm angehörenden 2000 Sportvereine. Die Antworten der DJK scheinen überzeugend gewesen zu sein.

In einer Art Selbstreflexion hat BW Greven seine eigene Identität hinterfragt. Hat sich mit Zielgruppen und Angeboten auseinandergesetzt, sich den Anforderungen einer stetig wachsenden Konkurrenz an Sportangeboten bei gleichzeitig abnehmender Freizeit gestellt, hat sich mit Fragen der Sportstättenentwicklung beschäftigt – und das alles vor dem Wunsch nach Gemeinschaft.

„Unser jüngstes Mitglied ist sechs Monate alt, unser ältestes 92 Jahre – allein daran sehen wir, vor welch großen Herausforderungen wir als Verein stehen“, erklärt Bothe.

Speziell im Hinblick der Sportstätten sei man auf Unterstützung der Kommune angewiesen, wie DJK-Vorsitzender Sven Thiele sagt, der aber gleichsam deutlich macht: „Vereine müssen aktiv werden und Verantwortung übernehmen.“

Die Welt des Breitensports hat sich verändert, Vereine seien gefragt, diese Entwicklung zu begleiten und mit zu gestalten. „Die Zeiten des Mitgliederwachstums sind vorbei – es gibt aber viele bislang ungenutzte Potenziale“, sagt Thiele.

Es ist kein Geheimnis, dass die DJK insbesondere mit ihren Schulkooperationen Erfolg hat; auch für Familien ist der Verein durch das breite Angebot attraktiv. „Es ist aber nicht so, dass man alles alleine machen muss – Kooperationen sind vielen Stellen sinnvoll und sollten ausgebaut werden“, sagt Thiele.

Von Ulrich Schaper