Freitag, 26 August 2016 16:19

In den Zaubertrank gefallen

In der Meisterschaft muss sich die DJK noch gedulden, bevor es endlich los geht. Dafür tobte sich schon einmal der B-Ligist im Kreispokal aus: mit Erfolg. Torben Mais rannte. Der Sprint, den der DJK-Stürmer in der 58. Minute hinlegte, war sein vielleicht schnellster an diesem heißen Sommerabend. Der Ball kam aus dem Mittelfeld, Albachtens Abwehrspieler behinderten sich gegenseitig, Torwart Fabian Plagge turnte relativ unbeholfen heraus – so fiel Mais dieses Ding irgendwie vor die Füße. „Rein damit!“, raunte jemand aus dem Publikum Mais zu, während der schon einen Schlenker um den Keeper drehte. Dann war die Kugel drin, 1:0 für die DJK gegen den A-Ligisten – und Mais beim Jubeln nicht mehr einzufangen. Die Szene war symptomatisch: Symptomatisch dafür, dass Emotion manchmal Qualität schlägt. Vor allem in Pokalspielen. B-Ligist DJK Blau-Weiß besiegte die als Bezirksliga-Aufstiegsfavorit gehandelte Concordia Albachten nach famosem Kampf am Donnerstag mit 2:1 (0:0) und zog in die nächste Runde ein. „Der Pokal ist immer ein Highlight“, sagte DJK-Trainer Peter Lakenbrink.

Und das war keine leere Phrase: Die DJK agierte vom Anpfiff weg mit einer fast furchteinflößenden Körpersprache: elf Blau-Weiße, die den Eindruck erweckten, sie seien in den Zaubertrank gefallen. „Zu Anfang sah unser Spiel jedoch noch nicht so richtig koordiniert aus“, meinte Lakenbrink. Beherzt aber schon zu diesem Zeitpunkt. Greven ging nie unfair, aber bissig zur Sache: Das war zu viel für die – zumindest an diesem Abend – zart besaiteten A-Liga-Kicker. Das immer wiederkehrende Bild: Ein Concorde lag schreiend auf der Erde, mindestens fünf bestürmten wild gestikulierend den überzeugenden Schiedsrichter Michael Austermann, der pfiff nicht – was vertretbar war, weil er seine großzügige Linie auf beiden Seiten durchzog.

Zweimal hatte die DJK dennoch Glück: Einmal bei einem Freistoß (15.), dann bei einem Schrägschuss, der haarscharf vorbeizischte (25.). Die entscheidenden Offensiv-Momente, sie sollten erst in der zweiten Halbzeit folgen – und zwar für Blau-Weiß. Es kam die 58. Minute, es kam Mais‘ Führungstor, und es kam noch besser: 65. Minute, fehlerhafter Rückpass der kurzzeitig vogelwilden Gäste-Defensive – und Bernd Block mit Übersicht zum 2:0. Zu sagen, dass die Emsaue kochte, wäre wohl zu hoch gegriffen – die begeisterten (und zahlreichen) Zuschauer allerdings schwangen sich nun zum berühmten zwölften Mann auf.

Doch Concordia meldete sich noch einmal zurück: Soulaimane Jassab stellte den 1:2-Anschluss her (67.), aber das große Aufbäumen blieb aus. Dann die Nachspielzeit, noch zwei halbwegs gefährliche Schüsse, sichere Beute für DJK-Schnapper Daniel Schultewolter. Das war‘s!

In der dritten Pokalrunde winkt nun ein echter Kracher. Wird der FC Gievenbeck seiner Favoritenrolle gegen die SG Sendenhorst gerecht, darf die DJK die Klinge mit einem Westfalenligisten kreuzen.

Von Stefan Bamberg

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Sonntag, 14 August 2016 21:30

DJK auf Rang drei

So richtig mochte sich DJK-Trainer Peter Talmann mit diesem dritten Platz nicht anfreunden. Im kleinen Finale besiegte seine Elf das Team von GW Gelmer II mit 4:0 (1:0) und das praktisch im Vorübergehen. So richtig mochte sich DJK-Trainer Peter Talmann mit diesem dritten Platz nicht anfreunden. Im kleinen Finale besiegte seine Elf das Team von GW Gelmer II mit 4:0 (1:0) und das praktisch im Vorübergehen. Die Luft war raus. Am Freitagabend schied die DJK gegen die Gastgeber aus und das, obwohl für den Titelverteidiger zunächst alles nach Plan verlief. Bernd Block brachte die DJK in Führung.

„Wir hatten 70 bis 75 Prozent Ballbesitz und waren eindeutig am Drücker“, analysiert Talmann. Zweimal ließ sich seine Elf danach auskontern und schaffte es auf der Gegenseite nicht mehr, selbst den Ball im Tor unterzubringen. „Gimbte hatte diese beiden Chancen und hat sie eiskalt genutzt, das muss man anerkennen. Am Ende zählt das Ergebnis.“

Im Spiel um Platz drei tat sich Blau-Weiß entsprechend schwer. „So eine Niederlage zehrt natürlich. Das merkt man dann an der Konzentration – die letzte Frische war auch weg.“ Spielbestimmend war seine Elf dennoch, und schaffte es dann auch, die entscheidenden Treffer zu markieren. Nils Niehues,, Torben Mais, Bernd Block und Chris Helmig waren für die DJK erfolgreich.

Von Ulrich Schaper

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Freitag, 13 Mai 2016 22:20

Auf Wiedersehen!

Selten hat ein Fußballtrainer eine Tabellensituation derart gekonnt analysiert wie DJK-Coach Matthias Schmitte. Beim Übungsleiter-Shakehands mit Gimbtes Dragan Grujic präsentierte Schmitte den gleichermaßen treffenden wie amüsanten Kommentar: „Das Derby für die nächste Saison ist wohl gesichert“. In der Tat: Das unterhaltsame 2:2-Remis zwischen den Blau-Weißen und den Blau-Gelben am Donnerstagabend machte wohl die letzte zaghafte Aufstiegshoffnung der DJK zunichte. Sicher, theoretisch geht noch was, man kennt diese Rechenspiele am Ende der Saison – aber irgendwie wirkten beide Trainer nach Abpfiff gar nicht mal so unzufrieden: „Ein gerechtes Unentschieden“, so die einhellige Meinung. Was den Spielverlauf anbelangte, hatten indes nur die Gäste Grund zur Freude: Aus 0:2 mach‘ 2:2 – die Gimbter avancierten zu den Aufholjägern der Emsaue, wo die Zuschauer eine spielerisch ordentliche, vor allem aber atmosphärisch schöne Partie erlebten: ein engagiertes, allerdings jederzeit faires, ja teilweise freundschaftliches Derby. Beide Teams traten die Flucht nach vorne an – der rasante Angriffsfußball wurde hüben wie drüben durch Fehler im Rückwärtsgang begünstigt. Der erste folgenschwere in der 13. Minute: Ein eher zufälliges Zuspiel übertölpelte Gimbtes Hintermannschaft und erreichte Maurice Seikowski, der überlupfte BG-Schnapper Marco Laufmöller und lieferte so die Vorlage für Torben Mais, der den Ball koordinativ-wertvoll vor dem Toraus rettete und zur Führung einnickte. „Wir haben nach starkem Beginn den Faden verloren“, meinte Dragan Grujic, dessen Schützlinge kurzzeitig Gefahr liefen, eine richtige Reise zu kassieren. Mit dem besten Spielzug des Abends kombinierte sich die blau-weiße Offensiv-Abteilung wenig später erneut durch den Strafraum – abermals war Goalgetter Mais die letzte Station: 2:0 für den Favoriten (24.). Etwas unverhofft nahm die Begegnung wieder Fahrt auf, als Gimbtes Yusuf Yuvarlak am Elfmeterpunkt vergessen wurde und prima gegen die Laufrichtung von DJK-Keeper David Wiethölter köpfte – 2:1 (32.). Noch vor der Pause hätte die Grujic-Elf egalisieren können, einzig Wiethölters gedankenschnell hochgerissene „Pranke“ verhinderte dies im Eins-gegen-Eins mit Adam Kozakowski.

Zur zweiten Halbzeit verschwand die Sonne – und auch auf dem Platz ging es jetzt etwas lauwarm zur Sache. Bis in die Schlussphase. Blau-Gelb setzte auf die gute, alte Hau-Ruck-Methode: Halbfeld-Flanke und dann mal gucken. Wieder einmal funktionierte die Rustikal-Taktik: Christoph Wesselmanns weite Hereingabe, Kopfballverlängerung und in der Mitte der eingewechselte Pascal Zickermann, der die Murmel ins Netz grätschte (88.). Der späte Ausgleich, er sorgte für Ernüchterung und Freudensprünge – und voraussichtlich fürs Wiedersehen in der nächsten B-Liga-Spielzeit.

Von Stefan Bamberg

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Publiziert in Fussball Artikel